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Kommunikation und PR berufsbegleitend studieren

Du schreibst Pressemitteilungen, betreust Kanäle oder hältst intern die Kommunikation zusammen, nur der Abschluss fehlt. Das Studium liefert Strategie, Methodik und den formalen Nachweis, und deine Ausbildung verkürzt den Weg oft deutlich.

Einordnung

Was Kommunikation und PR ist, und was es nicht ist

Drei Felder werden ständig in einen Topf geworfen, und das führt zur falschen Studienwahl.

Kommunikationsstudiengänge fragen, wie eine Organisation mit ihren Öffentlichkeiten spricht: mit Medien, Beschäftigten, Kundschaft, Politik und Anwohnern. Studieninhalte sind Kommunikationsstrategie, Presse- und Medienarbeit, interne Kommunikation, Krisenkommunikation, Medienrecht und zunehmend digitale Kanäle. Unternehmenskommunikation ist dabei der Dachbegriff, PR ein Teil davon.

Die drei Abgrenzungen, die im Erstgespräch fast immer nötig sind:

  • PR gegen Marketing: Marketing zielt auf den Absatz und spricht Kundinnen und Kunden direkt an. PR zielt auf Beziehungen und Reputation und spricht oft über Dritte. In der Praxis verschwimmt das, besonders im Content-Bereich. Wer das Umsatzhandwerk will, ist mit BWL besser bedient.
  • PR gegen Journalismus: Journalismus arbeitet im öffentlichen Auftrag und ist der Sache verpflichtet, PR arbeitet im Auftrag einer Organisation und vertritt deren Interesse. Gleiche Werkzeuge, andere Rolle. Wer Redaktion will, braucht Volontariat und Redaktionspraxis, kein PR-Studium.
  • Kommunikation gegen Medien: Medienstudiengänge fragen, wie Inhalte produziert und ausgespielt werden. Kommunikation fragt, was gesagt wird, von wem und mit welchem Ziel.

Und die ehrliche Grenze: Die Berufsbezeichnungen in dieser Branche sind nicht geschützt. Es gibt keine Kammer, keine Zulassung, keine Prüfungsordnung, die dich zur Pressesprecherin macht. Der Abschluss wird dort verlangt, wo formal ausgeschrieben wird, also im öffentlichen Dienst, in grossen Organisationen und bei Verbänden. In Agenturen zählen Arbeitsproben und Referenzen oft stärker. Das Studium ist damit ein Türöffner, kein Berufszugang.

Zugang

Auch ohne Abitur, und meist über den kaufmännischen Weg

Kommunikation ist ein klassisches Quereinsteigerfeld, das erleichtert den Zugang.

Eine abgeschlossene Ausbildung plus einige Jahre Berufserfahrung öffnet den Hochschulzugang für ein fachlich verwandtes Studium. Diese Ausbildungen sind die üblichen Zubringer:

  • Kaufleute für Marketingkommunikation und für Dialogmarketing: der direkteste Weg, fachlich unstrittig und anrechnungsstark.
  • Veranstaltungskaufleute und Medienkaufleute: nah an der Praxis der Aussenkommunikation, gute Brücke zu Kampagnen- und Eventarbeit.
  • Kaufmännische Ausbildungen mit Kommunikationsaufgaben im Alltag: zählt fachlich mit, wenn du die Tätigkeit sauber dokumentierst, etwa über Arbeitszeugnisse und Aufgabenbeschreibungen.

Wer zusätzlich einen Fachwirt für Marketing oder Kommunikation oder eine vergleichbare Aufstiegsfortbildung mitbringt, hat häufig den allgemeinen Hochschulzugang und damit freie Studienwahl. Die drei üblichen Wege im Detail stehen unter Studieren ohne Abitur.

Ein praktischer Hinweis: Sammle deine Belege, bevor du dich bewirbst. Arbeitszeugnisse mit konkreter Aufgabenbeschreibung, Zertifikate aus Weiterbildungen, Nachweise über Projektverantwortung. Genau diese Unterlagen entscheiden später über die Anrechnung, und wer sie erst im Bewerbungsmonat sucht, verschenkt Punkte. Wie du deine Vorleistungen im Lebenslauf sichtbar machst, steht unter Studium im Lebenslauf.

Anrechnung

Was deine Ausbildung wert ist

Kaufmännische Grundlagen sind gut belegbar, und genau die stehen am Studienanfang.

Eine geregelte kaufmännische Ausbildung ist eine formale Qualifikation mit dokumentierten Lernzielen. In Kommunikationsstudiengängen trifft sie häufig die betriebswirtschaftlichen Grundlagenmodule, die in den ersten Semestern liegen. Eine Fachwirt-Fortbildung bringt zusätzlich Punkte, dazu kommen einschlägige Berufsjahre. Für ausserhochschulisch erworbene Leistungen gilt üblicherweise eine Obergrenze von 50 Prozent der ECTS eines Studiengangs.

Was das bedeutet, zeigt die Rechnung. Ein Bachelor umfasst 180 ECTS. Werden 50 davon angerechnet, bleiben 130. Bei 10 ECTS pro Semester, was neben einem Vollzeitjob realistisch ist, sind das sechseinhalb statt neun Jahre. Du hast an deinem Arbeitsalltag nichts geändert und zweieinhalb Jahre gespart.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Anrechnung klären, dann die Hochschule wählen. Die Unterschiede zwischen Anbietern sind bei identischen Vorleistungen erheblich. Wie das Verfahren läuft und worin sich pauschale und individuelle Anrechnung unterscheiden, steht unter ECTS anrechnen und Anrechnung von Berufserfahrung.

Aufwand

Zeit und Kosten realistisch

Kommunikationsarbeit ist reaktiv, und das musst du bei der Semesterlast einkalkulieren.

ECTS pro SemesterStunden pro WocheIm AlltagBachelor dauert
5rund 7 bis 8ein freier Abend plus ein halber Tag18 Jahre, nur für einzelne Module sinnvoll
10rund 15zwei Abende plus ein freier Tag, übersteht auch eine unruhige Woche9 Jahre, mit Anrechnung 6,5
15rund 22machbar, solange du nicht regelmässig in Krisenlagen einspringst6 Jahre, mit Anrechnung rund 4,5
20rund 30faktisch ein zweiter Halbtagsjob, bei Rufbereitschaft kaum haltbar4,5 Jahre

Gerechnet mit 30 Stunden je ECTS und rund 20 aktiven Wochen pro Semester. Wie du deine eigene Zahl bestimmst, steht unter ECTS pro Semester.

Bei den Kosten liegen berufsbegleitende Bachelorprogramme üblicherweise im Bereich von einigen hundert Euro pro Monat. Entscheidend ist die Gesamtsumme bei realistischem Tempo, nicht die Monatsrate, und die sinkt vor allem über die Anrechnung. Die Details stehen unter Was kostet ein Fernstudium.

Welche Hochschule welches Kommunikationsprogramm anbietet, vergleichst du am besten quellenbelegt im Hochschulnavigator. Und weil Kommunikationsabteilungen von einer formal qualifizierten Besetzung profitieren, lohnt das Gespräch über eine Beteiligung, siehe Studium vom Arbeitgeber bezahlen lassen. Achte auf Rückzahlungsklauseln, sie binden dich meist mehrere Jahre.

Danach

Wohin der Abschluss führt

Drei Richtungen, die sich in Alltag und Anforderungen deutlich unterscheiden.

Presse- und Medienarbeit

Pressemitteilungen, Anfragen, Sprecherrolle, Krisenfälle. Reaktiv und taktgebunden, mit hoher Sichtbarkeit nach aussen und wenig Planbarkeit im Tagesverlauf.

Interne Kommunikation

Beschäftigtenkommunikation, Veränderungsprozesse, Führungskräfte-Unterstützung. Planbarer als Pressearbeit, dafür politisch anspruchsvoll und eng an der Geschäftsführung.

Kommunikationsmanagement

Strategie, Budget, Agentursteuerung, Wirkungsmessung. Weniger selbst schreiben, mehr entscheiden. Der Weg, für den das Studium am klarsten qualifiziert.

Zum Gehalt eine ehrliche Einordnung: Die Spanne in dieser Branche ist gross, und sie hängt weniger am Abschluss als an Organisationsgrösse, Branche und Verantwortungsumfang. Agenturarbeit zahlt am Anfang selten gut, Positionen in grossen Unternehmen und im öffentlichen Dienst folgen dagegen festen Rastern, in denen der Abschluss eingruppierungsrelevant ist. Der Sprung entsteht mit der Rolle, nicht mit dem Zeugnis. Mehr dazu unter Gehalt nach dem Studium.

Häufige Fragen

Kommunikation und PR im Fernstudium

Die Fragen, die im Erstgespräch fast immer kommen.

Was ist der Unterschied zwischen PR und Marketing?

Marketing zielt auf den Absatz und spricht Kundinnen und Kunden direkt an. PR zielt auf Beziehungen und Reputation und spricht oft über Dritte, etwa über Redaktionen, Verbände oder die Politik. In der Praxis verschwimmen die Grenzen, besonders im Content-Bereich. Für die Studienwahl bleibt die Frage entscheidend, ob du Umsatz beeinflussen oder Vertrauen aufbauen willst.

Werde ich mit dem Studium Journalist?

Nein. Journalismus arbeitet im öffentlichen Auftrag und ist der Sache verpflichtet, PR arbeitet im Auftrag einer Organisation und vertritt deren Interesse. Beide nutzen ähnliche Werkzeuge, die Rolle ist eine andere. Ein Kommunikationsstudium bereitet auf die Auftraggeberseite vor, für den Journalismus sind Volontariat und Redaktionspraxis der übliche Weg.

Kann ich Kommunikation ohne Abitur studieren?

In der Regel ja. Eine abgeschlossene kaufmännische oder mediennahe Ausbildung plus mehrere Jahre Berufserfahrung öffnet den Zugang zu einem fachlich verwandten Studium. Mit einer Aufstiegsfortbildung wie dem Fachwirt für Marketing oder Kommunikation kommt häufig der allgemeine Hochschulzugang dazu.

Wie viel meiner Ausbildung wird angerechnet?

Das hängt von der Hochschule ab und unterscheidet sich erheblich. Eine geregelte kaufmännische Ausbildung deckt oft die betriebswirtschaftlichen Grundlagenmodule ab, eine Fachwirt-Fortbildung bringt zusätzlich Punkte, dazu kommen einschlägige Berufsjahre. Für ausserhochschulisch erworbene Leistungen gilt üblicherweise eine Obergrenze von 50 Prozent der ECTS eines Studiengangs.

Brauche ich für Pressearbeit zwingend ein Studium?

Rechtlich nicht. Die Berufsbezeichnungen in der Kommunikationsbranche sind nicht geschützt, es gibt keine Kammer und keine Zulassung. Faktisch wird der Abschluss dort verlangt, wo formal ausgeschrieben wird: im öffentlichen Dienst, in grossen Organisationen und bei Verbänden. In Agenturen zählen häufig Arbeitsproben und Referenzen stärker.

Nächster Schritt

Was in deinem Fall wirklich geht

Zulassung, Anrechnung und passendes Programm in einem Gespräch geklärt.

Stufen im Fach

Welche Stufe passt zu deinem Ziel?

Dasselbe Fach, zwei verschiedene Antworten. Jede Stufe hat eigene Zugangswege und führt woanders hin.

Hinweis zur Information

Die Aussagen auf dieser Seite sind allgemein gehalten und basieren auf meiner Beratungspraxis (Stand 31.07.2026). Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Konkrete Entscheidungen treffen die Hochschulen, die ZAB (DE), das BMBWF (AT) oder das SBFI (CH) individuell. Vor verbindlichen Schritten kläre ich das mit dir im Erstgespräch.

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