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Kommunikation Bachelor berufsbegleitend

In einer Branche ohne Kammer und ohne geschützte Titel muss man genau begründen, wofür ein Bachelor gut ist. Hier steht, in welchen Systemen er wirkt, wie du ihn über deine Ausbildung erreichst und wann eine Stufe darunter reicht.

Einordnung

Wann der Bachelor die richtige Stufe ist

Die Antwort hängt daran, in welchem System du arbeiten willst.

Die Kommunikationsbranche kennt zwei Auswahlsysteme, und sie funktionieren gegensätzlich. Im einen wird formal gefiltert: Der öffentliche Dienst, grosse Unternehmen, Verbände, Kammern und Stiftungen schreiben Stellen mit Abschlusserfordernis aus, und die Eingruppierung hängt am Grad. Im anderen wird nach Arbeitsproben entschieden: Agenturen, Redaktionen und kleine Häuser fragen zuerst, was du geschrieben, betreut und ausgeliefert hast.

Der Bachelor ist die richtige Stufe, wenn du ins erste System willst, wenn du aus einem angrenzenden Beruf kommst und die fachliche Grundlage brauchst, oder wenn du den Master als Ziel hast, weil der ohne ersten Hochschulabschluss in der Regel verschlossen bleibt. Er ist die falsche Stufe, wenn du im zweiten System bereits läufst und nur ein Etikett suchst. Wer seit Jahren Pressearbeit macht, gewinnt in einer Agentur mit drei starken Kampagnen mehr als mit einem Zeugnis.

Und er ist zu gross, wenn dir eine einzelne Kompetenz fehlt: Für Krisenkommunikation, Medienrecht oder Content-Strategie reicht ein Hochschulzertifikat. Das Fach selbst und seine Abgrenzung zu Marketing, Journalismus und Medien stehen auf der Fach-Seite zu Kommunikation und PR, die allgemeinen Regeln auf der Übersicht berufsbegleitend Bachelor studieren.

Wer hineinkommt

Zugang zu genau dieser Stufe

Der Knackpunkt ist selten die Ausbildung, sondern der Nachweis der Tätigkeit.

Eine abgeschlossene Ausbildung plus einige Jahre Berufserfahrung öffnet den Hochschulzugang für ein fachlich verwandtes Studium, eine Aufstiegsfortbildung öffnet häufig den allgemeinen Hochschulzugang. Die drei Wege stehen unter Studieren ohne Abitur.

Die Besonderheit dieses Fachs liegt im Wort fachlich verwandt. Sehr viele machen Kommunikationsarbeit, ohne dass das in ihrer Stellenbezeichnung steht: Kanäle einer Kanzlei, Mitgliederinformation eines Vereins, Presseanfragen im Sekretariat der Geschäftsführung. Für die Zulassung zählt nicht der Titel, sondern was du belegen kannst. Drei Nachweise gehören vor die Bewerbung:

  • Ein Arbeitszeugnis mit konkreter Aufgabenbeschreibung. Nicht „Öffentlichkeitsarbeit“, sondern welche Formate, welche Zielgruppen, welche Verantwortung. Bitte darum, solange du im Haus bist.
  • Belege für Projektverantwortung. Kampagnenpläne, Redaktionspläne, Veranstaltungsdokumentationen, alles mit deinem Namen darauf.
  • Zertifikate aus Weiterbildungen mit Stundenzahl und Inhalten. Ohne Umfangsangabe lassen sie sich später kaum anrechnen.

Diese Unterlagen entscheiden zweimal: erst über die Zulassung, dann über die Anrechnung. Mehr unter Studium im Lebenslauf und Fernstudium bewerben.

Dauer

Wie lange diese Stufe dauert

Mit einer Rechnung, die zeigt, was der Fachwirt wirklich spart.

Ein Bachelor umfasst 180 ECTS, manche Programme 210. Ohne Anrechnung und bei 12 ECTS pro Semester wären das 15 Semester, also siebeneinhalb Jahre. Werden aus kaufmännischer Ausbildung und einer Fachwirt-Fortbildung zusammen 60 ECTS angerechnet, bleiben 120, das sind zehn Semester und damit fünf statt siebeneinhalb Jahre. Du hast an deinem Arbeitsalltag nichts geändert und zweieinhalb Jahre gespart.

Wichtig ist, wie sich diese 60 Punkte zusammensetzen, denn die drei Quellen werden unterschiedlich behandelt. Die Ausbildung wird oft pauschal anerkannt, weil die Lernfelder dokumentiert sind. Die Fachwirt-Fortbildung bringt meist den grösseren Block, weil sie höher liegt, siehe Meister und Bachelor-Anrechnung. Berufsjahre werden individuell geprüft und sind der unsicherste Teil. Für ausserhochschulisch erworbene Leistungen gilt üblicherweise eine Obergrenze von 50 Prozent der ECTS eines Studiengangs.

Kläre die Anrechnung, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest. Bei identischen Zeugnissen liegen zwischen zwei Hochschulen schnell zwei Semester. Das Verfahren steht unter ECTS anrechnen, die Rechenweise unter ECTS pro Semester.

Vergleich

Die vier Stufen in der Kommunikation

Damit du siehst, wo der Bachelor steht und was daneben liegt.

StufeECTSBerufsbegleitendZugangWofür
Zertifikatmeist 5 bis 301 bis 2 Semesteroft schon mit Berufserfahrungeine einzelne Kompetenz nachholen, etwa Krisenkommunikation
Bachelor180, teils 2104 bis 8 Jahre je nach TempoZugangsberechtigung oder beruflicher Wegerster akademischer Abschluss, Zugang zu formalen Verfahren
Master60 bis 1202 bis 4 Jahreerster Hochschulabschluss, oft plus BerufserfahrungStrategie, Leitung, Krisenkommunikation, Promotionszugang
MBA60 bis 1202 bis 4 JahreHochschulabschluss plus mehrere Jahre Berufserfahrungallgemeine Unternehmensführung, keine Kommunikationsvertiefung

Der MBA ist in diesem Fach die Ausnahme und keine naheliegende Fortsetzung: Er qualifiziert für Unternehmensführung, nicht für Kommunikation. Wer aus der Kommunikation in die Geschäftsleitung will, findet die Abgrenzung unter MBA oder Master. Wie die Stufen insgesamt zusammenhängen, steht unter akademische Grade im Überblick.

Danach

Was der Bachelor öffnet, und was nicht

In einer unregulierten Branche muss man das besonders genau sagen.

Der Bachelor öffnet dir alle Verfahren, in denen ein Abschluss ein Filterkriterium ist. Im öffentlichen Dienst und in tarifgebundenen Häusern ist er häufig Voraussetzung für eine Eingruppierung, unabhängig davon, wie gut du die Arbeit machst. In Konzernen entscheidet er oft darüber, ob deine Bewerbung überhaupt gesichtet wird. Bei Verbänden und Stiftungen steht er regelmässig in der Ausschreibung. Und er öffnet den Master, damit die Stufe, auf der Leitung und Strategie liegen.

Er öffnet dir keine Berufsbezeichnung. Es gibt keine Kammer, keine Zulassung und keine geschützten Titel in der Kommunikation. Niemand wird durch ein Zeugnis zur Pressesprecherin, dazu wird man bestellt. Er ersetzt auch keine Arbeitsproben: In Agenturen wird nach Referenzen entschieden, dort verschafft der Abschluss allenfalls ein Gespräch. Und er verändert dein Gehalt nicht von selbst, das tut erst die veränderte Rolle, mehr unter Gehalt nach dem Studium.

Kurz: Der Bachelor macht dich formal anschlussfähig, deine Arbeiten machen dich glaubwürdig. Wer in die Leitung will, sollte früh wissen, dass dort vielerorts der Master erwartet wird, mehr auf der Seite zum Kommunikationsmaster berufsbegleitend.

Häufige Fragen

Bachelor in Kommunikation, berufsbegleitend

Die Fragen, die im Erstgespräch fast immer kommen.

Brauche ich den Bachelor, wenn die Berufsbezeichnungen ohnehin nicht geschützt sind?

Für die Tätigkeit selbst nicht. Der Bachelor wirkt dort, wo formal gefiltert wird: im öffentlichen Dienst, in grossen Organisationen, bei Verbänden und überall dort, wo eine Eingruppierung an einen Abschluss gebunden ist. In Agenturen zählen Arbeitsproben oft mehr. Er ist damit ein Türöffner in bestimmte Systeme, kein Berufszugang.

Zählt meine Berufserfahrung, wenn Kommunikation nicht in meiner Stellenbezeichnung steht?

Ja, wenn du die Tätigkeit belegen kannst. Entscheidend ist nicht der Titel, sondern was du nachweislich getan hast. Lass dir Aufgaben im Arbeitszeugnis konkret beschreiben, sammle Projektnachweise und Beispiele. Genau diese Unterlagen prüfen Hochschulen bei Zugang und Anrechnung, und ein allgemeines Zeugnis ohne Aufgabenbeschreibung hilft dir dort wenig.

Wie viel verkürzt eine Fachwirt-Fortbildung den Bachelor?

Das hängt von der Hochschule ab. Ein Bachelor umfasst 180 ECTS. Werden 60 aus Ausbildung und Fachwirt zusammen angerechnet, bleiben 120, bei 12 ECTS pro Semester also zehn Semester statt fünfzehn. Für ausserhochschulisch erworbene Leistungen gilt üblicherweise eine Obergrenze von 50 Prozent der ECTS eines Studiengangs.

Reicht ein Zertifikat statt eines Bachelors?

Wenn dir eine einzelne Kompetenz fehlt, ja. Ein Hochschulzertifikat umfasst meist 5 bis 30 ECTS und ist in ein bis zwei Semestern erledigt. Es ersetzt den Bachelor aber nicht dort, wo ein akademischer Abschluss formale Voraussetzung ist, und es öffnet in der Regel keinen Master. Kläre vorher schriftlich, ob die Punkte später anrechenbar sind.

Sollte ich lieber gleich BWL oder Marketing studieren?

Das hängt daran, wohin du willst. Ein breiteres Wirtschaftsstudium hält dir mehr Branchen offen und ist beim Wechsel flexibler. Ein Kommunikationsstudium macht dich in Presse-, Unternehmens- und Krisenkommunikation schneller anschlussfähig. Wer sich auf dieser Stufe noch nicht festlegen will, fährt mit der breiteren Wahl sicherer.

Nächster Schritt

Welche Stufe in deinem Fall trägt

Zulassung, Anrechnung und Zielrolle in einem Gespräch geklärt.

Hinweis zur Information

Die Aussagen auf dieser Seite sind allgemein gehalten und basieren auf meiner Beratungspraxis (Stand 31.07.2026). Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Konkrete Entscheidungen treffen die Hochschulen, die ZAB (DE), das BMBWF (AT) oder das SBFI (CH) individuell. Vor verbindlichen Schritten kläre ich das mit dir im Erstgespräch.

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