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IT-Sicherheit berufsbegleitend studieren

Du arbeitest in der IT und willst in die Sicherheit wechseln oder den Titel zu dem, was du längst machst. Der wichtigste Punkt vorweg: Es gibt zwei sehr verschiedene Richtungen in diesem Fach, und die Wahl entscheidet über deinen Berufsalltag.

Einordnung

Zwei Richtungen, die man nicht verwechseln darf

Der Studiengangsname sagt wenig. Der Modulplan sagt alles.

Hinter dem Etikett IT-Sicherheit stecken zwei Berufswelten. Die eine ist technisch: Netzwerke und Systeme härten, Schwachstellen suchen, Angriffe simulieren, Vorfälle analysieren, Kryptographie und sichere Softwareentwicklung. Die andere ist organisatorisch: Managementsysteme für Informationssicherheit aufbauen, Risiken bewerten, Richtlinien schreiben, Audits vorbereiten und Nachweise gegenüber Kunden und Aufsicht führen. Beide sind gefragt, beide sind anspruchsvoll, aber der Arbeitstag fühlt sich völlig verschieden an.

Prüfe deshalb vor der Einschreibung den Modulplan, nicht den Titel. Ein Programm mit vielen Laboranteilen, Kryptographie und sicherer Entwicklung führt in die eine Richtung, ein Programm mit Normen, Recht, Risikomanagement und Auditmethodik in die andere. Dazu die Abgrenzung zu den Nachbarfächern:

  • Informatik ist breiter und behandelt Sicherheit als einen Bereich unter vielen. Wer sich beruflich nicht früh festlegen will, ist dort flexibler, mehr dazu unter Informatik im Fernstudium.
  • Wirtschaftsinformatik übersetzt zwischen Fachbereich und IT. Sicherheit taucht dort als Anforderung auf, nicht als Handwerk.
  • Datenschutz ist eine juristische Disziplin und nicht dasselbe wie Informationssicherheit. Die Themen überschneiden sich, die Ausbildungswege nicht.
  • Data Science berührt Sicherheit nur an einer Stelle, nämlich der Angriffserkennung in grossen Datenmengen. Der Rest ist ein anderes Fach, siehe Data Science im Fernstudium.

Was in beiden Richtungen gilt: Der Bereich lebt von Nachweisen. Neben dem Abschluss zählen einschlägige Zertifikate, dokumentierte Projekte und in vielen Häusern auch Sicherheitsüberprüfungen des Arbeitgebers. Das Studium ist das Fundament, nicht der einzige Baustein.

Zugang

Auch ohne Abitur, und aus mehr Berufen als gedacht

Für die organisatorische Richtung zählt Prüferfahrung fast so viel wie IT-Erfahrung.

Eine abgeschlossene Ausbildung plus einige Jahre Berufserfahrung öffnet den Hochschulzugang für ein fachlich passendes Studium. Wer zusätzlich eine Aufstiegsfortbildung mitbringt, hat häufig den allgemeinen Hochschulzugang und damit freie Studienwahl. Die drei Wege stehen im Detail unter Studieren ohne Abitur.

Typische Zubringerberufe:

  • Fachinformatik Systemintegration, der direkteste Weg in die technische Richtung. Netzwerke, Systeme und Betrieb sind bereits Alltag.
  • IT-Systemelektronik und Netzwerktechnik, stark auf der Infrastrukturseite, oft mit Erfahrung aus Rechenzentren.
  • IT-Aufstiegsfortbildungen, seit der Neuordnung als Berufsspezialist und als Bachelor Professional in IT. Sie bringen häufig Zugang und Anrechnung zugleich.
  • Kaufmännische und verwaltungsnahe Berufe mit Prüfbezug, etwa aus interner Revision, Qualitätsmanagement oder Compliance. Für die organisatorische Richtung ein sehr tragfähiger Start.

Wenn dir Programmiererfahrung fehlt, ist das kein Ausschlusskriterium, aber es kostet im ersten Jahr Zeit. Plane in dem Fall einen Vorkurs ein und wähle ein Programm, dessen Schwerpunkt zu deiner Ausgangslage passt.

Anrechnung

Was deine IT-Praxis wert ist

Der stärkste Hebel in diesem Fach, und der am seltensten genutzte.

Eine IT-Ausbildung ist eine formale Qualifikation mit dokumentierten Lernzielen, und genau das ist die Grundlage für eine Anrechnung. Typisch angerechnet werden Grundlagenmodule zu Netzwerken, Betriebssystemen, Datenbanken und Programmierung. Wer eine Aufstiegsfortbildung mitbringt, bekommt in der Regel einen deutlich grösseren Block. Für ausserhochschulisch erworbene Leistungen gilt üblicherweise eine Obergrenze von 50 Prozent der ECTS eines Studiengangs.

Was das bedeutet, zeigt die Rechnung. Ein Bachelor umfasst 180 ECTS. Werden 60 davon angerechnet, bleiben 120. Bei 10 ECTS pro Semester, was neben einem Vollzeitjob mit Rufbereitschaft realistisch ist, sind das sechs statt neun Jahre. Du hast an deinem Alltag nichts geändert und drei Jahre gespart.

Zertifikate aus der Praxis sind ein Sonderfall. Manche Hochschulen rechnen anerkannte Sicherheitszertifikate auf einzelne Module an, andere gar nicht, und pauschal zusagen lässt sich das nie. Leg sie trotzdem immer mit vor, zusammen mit Stundenumfang und Prüfungsnachweis. Wie das Verfahren läuft, steht unter ECTS anrechnen und Anrechnung von Berufserfahrung. Welche Hochschulen im DACH-Raum in Frage kommen, vergleichst du quellenbelegt auf Hochschulnavigator.

Aufwand

Zeit und Kosten realistisch

Laborübungen brauchen zusammenhängende Blöcke, das prägt die Semesterlast.

ECTS pro SemesterStunden pro WocheIm AlltagBachelor dauert
5rund 7 bis 8reicht für Theorie, nicht für Laboraufgaben18 Jahre, nur für einzelne Module sinnvoll
10rund 15zwei Abende plus ein halber Wochenendtag9 Jahre, mit Anrechnung 6
15rund 22mit Rufbereitschaft schwer planbar6 Jahre, mit Anrechnung 4
20rund 30faktisch ein zweiter Halbtagsjob4,5 Jahre

Gerechnet mit 30 Stunden je ECTS und rund 20 aktiven Wochen pro Semester. Wie du deine eigene Zahl bestimmst, steht unter ECTS pro Semester.

Bei den Kosten liegen berufsbegleitende Bachelorprogramme üblicherweise im Bereich von einigen hundert Euro pro Monat. Entscheidend ist nicht die Monatsrate, sondern die Gesamtsumme bei realistischem Tempo, und die sinkt vor allem über die Anrechnung. Die Details stehen unter Was kostet ein Fernstudium.

In diesem Fach beteiligen sich Arbeitgeber überdurchschnittlich oft, weil Sicherheitsrollen schwer zu besetzen sind und viele Häuser lieber intern aufbauen. Achte auf Rückzahlungsklauseln, sie binden dich meist mehrere Jahre. Wie du das Gespräch führst, steht unter Studium vom Arbeitgeber bezahlen lassen.

Danach

Wohin der Abschluss führt

Drei Richtungen, die sich in Alltag und Anforderungen deutlich unterscheiden.

Betrieb und Abwehr

Überwachung, Vorfallbearbeitung, Härtung von Systemen, Schwachstellenmanagement. Technisch, oft mit Bereitschaft, nah an den Systemen.

Managementsysteme und Audit

Aufbau und Pflege eines Informationssicherheits-Managementsystems, Risikoanalysen, Auditvorbereitung, Nachweise gegenüber Kunden und Aufsicht.

Architektur und Beratung

Sicherheitsanforderungen in Projekte tragen, Konzepte prüfen, Anbieter bewerten. Viel Abstimmung, planbare Zeiten, häufig der Weg in eine Stabsstelle.

Eine ehrliche Einordnung zum Gehalt: Der Abschluss allein verändert es nicht, die veränderte Rolle tut es. Wer nach dem Studium dieselbe Tätigkeit ausübt, verdient in der Regel dasselbe. Der Sprung entsteht mit dem Wechsel in eine Sicherheitsrolle mit eigener Verantwortung, und dafür ist der Abschluss in vielen Häusern die formale Voraussetzung. Mehr dazu unter Gehalt nach dem Studium.

Und die Grenze des Fachs: Ein Abschluss allein führt nicht in die offensive Sicherheit. Wer Angriffssimulationen durchführen will, braucht nachweisbare Praxis und in aller Regel einschlägige Zertifikate, oft dazu eine saubere Auftragslage und schriftliche Freigaben, weil das Prüfen fremder Systeme ohne Erlaubnis strafbar ist. Für Tätigkeiten in Behörden, im Verteidigungsumfeld oder bei kritischen Infrastrukturen kommen eigene Überprüfungen und Nachweise hinzu, die unabhängig vom Studium laufen. Was davon in deinem Fall greift, kläre ich mit dir am schnellsten im Erstgespräch.

Häufige Fragen

IT-Sicherheit im Fernstudium

Die Fragen, die im Erstgespräch fast immer kommen.

Kann ich IT-Sicherheit ohne Abitur studieren?

In der Regel ja. Eine abgeschlossene IT-Ausbildung plus mehrere Jahre Berufserfahrung öffnet den Zugang zu einem fachlich passenden Studium. Mit einer Aufstiegsfortbildung kommt oft der allgemeine Hochschulzugang dazu. Für die organisatorische Richtung sind auch kaufmännische oder verwaltungsnahe Ausbildungen mit Prüf- oder Revisionsbezug ein tragfähiger Zugangsweg.

Technisch oder organisatorisch, was passt zu mir?

Diese Wahl entscheidet über deinen Berufsalltag, nicht über dein Niveau. Die technische Richtung arbeitet an Systemen, Netzwerken und Angriffssimulationen und verlangt Freude an Werkzeugen und Laboren. Die organisatorische Richtung arbeitet an Regelwerken, Risikoanalysen und Audits und verlangt Ausdauer bei Dokumentation und Abstimmung. Beides ist gefragt, aber die Tätigkeiten fühlen sich völlig verschieden an.

Wie viel meiner IT-Praxis wird angerechnet?

Das hängt von der Hochschule ab und unterscheidet sich erheblich. Angerechnet werden meist Grundlagenmodule zu Netzwerken, Betriebssystemen und Programmierung, weitere Punkte kommen über Aufstiegsfortbildungen und einschlägige Berufsjahre. Für ausserhochschulisch erworbene Leistungen gilt üblicherweise eine Obergrenze von 50 Prozent der ECTS eines Studiengangs.

Ersetzt das Studium meine Zertifikate?

Nein, die beiden Welten laufen nebeneinander. Zertifikate belegen aktuelles Werkzeug- und Verfahrenswissen und verlangen regelmässige Erneuerung, das Studium liefert die Grundlagen und den akademischen Grad. In vielen Ausschreibungen steht beides, und wer nur eines mitbringt, fällt bei der Vorauswahl heraus.

Was ist der Unterschied zu Informatik?

Informatik ist das breitere Fach und behandelt Sicherheit als einen Bereich unter vielen. Ein Studium der IT-Sicherheit dreht Schwerpunkt und Reihenfolge um: Kryptographie, Netzwerksicherheit, sichere Entwicklung, Recht und Managementsysteme stehen im Zentrum. Wer beruflich breit bleiben will, fährt mit Informatik flexibler.

Nächster Schritt

Was in deinem Fall wirklich geht

Richtung, Zulassung, Anrechnung und passendes Programm in einem Gespräch geklärt.

Stufen im Fach

Welche Stufe passt zu deinem Ziel?

Dasselbe Fach, zwei verschiedene Antworten. Jede Stufe hat eigene Zugangswege und führt woanders hin.

Hinweis zur Information

Die Aussagen auf dieser Seite sind allgemein gehalten und basieren auf meiner Beratungspraxis (Stand 31.07.2026). Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Konkrete Entscheidungen treffen die Hochschulen, die ZAB (DE), das BMBWF (AT) oder das SBFI (CH) individuell. Vor verbindlichen Schritten kläre ich das mit dir im Erstgespräch.

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