Auf dieser Seite gibt es seit Kurzem bezahlte Platzierungen. Anbieter können ein Programm bei mir buchen, es steht dann als Anzeige gekennzeichnet auf der Startseite und bekommt eine eigene Seite.
Das ist eine Veränderung, und ich halte es für richtig, sie selbst zu erklären, statt zu warten, bis es jemandem auffällt. Wer eine Empfehlung zu einer Entscheidung liest, die mehrere Jahre und einen fünfstelligen Betrag kostet, hat ein Anrecht darauf zu wissen, wovon derjenige lebt, der sie ausspricht.
Wovon ich vorher gelebt habe
Der Eindruck, hier sei bisher kein Geld geflossen, wäre falsch. Es gab von Anfang an zwei Einnahmequellen.
Die erste ist die Beratung selbst. Das Erstgespräch ist kostenlos, die vertiefte Beratung darüber hinaus ist es nicht. Die zweite ist die Vermittlung: Wenn jemand über mich an einer Partnerhochschule anfängt, kann eine Vergütung anfallen. An deinem Preis ändert das nichts, du zahlst dieselben Gebühren wie bei einer Anmeldung ohne mich.
Diese zweite Quelle hat einen Interessenkonflikt, der nicht wegzureden ist: Ich verdiene an Partnern und nicht an Anbietern ausserhalb meines Netzwerks. Deshalb steht in jedem Beitrag, in dem es um die Wahl geht, derselbe Satz in Varianten, etwa in Hochschule auswählen: Eine Kooperation heisst nicht Vorrang. Wenn das passende Programm von jemandem kommt, mit dem mich nichts verbindet, empfehle ich dieses.
Was das Partnerpaket ist
Seit Ende August gibt es dafür ein festes Format statt individueller Absprachen. Ein Anbieter bucht für 90 Tage vier Bausteine: ein redaktionelles Porträt seines Programms, die Nennung in thematisch passenden Ratgeberbeiträgen, eine hervorgehobene Karte im Hochschulnavigator und zwei Beiträge auf LinkedIn. Das kostet derzeit 2.400 Euro netto. Der vollständige Umfang steht offen auf der Seite zum Partnerpaket.
Dass der Preis öffentlich ist, ist Absicht. Ein Verhandlungsspielraum, den nur die Grossen kennen, wäre der erste Schritt dahin, dass die Sichtbarkeit dem Budget folgt und nicht der Passung.
Die vier Regeln, an die ich mich halte
Ein Werbemodell ist so gut wie seine Grenzen. Das sind meine.
Erstens: Jede bezahlte Fläche ist als solche erkennbar. Sichtbar durch die Kennzeichnung Anzeige, technisch durch die Markierung rel=sponsored an jedem Link. Das ist rechtlich geschuldet, aber der eigentliche Grund ist ein anderer: Leser merken ohnehin, was gekauft ist. Eine offene Kennzeichnung ist glaubwürdiger als eine versteckte Empfehlung, und eine versteckte kostet am Ende mehr, als sie einbringt.
Zweitens: Die redaktionelle Übersicht bleibt unbezahlt. Unter Studienprogramme stehen die Programme aus meinem Netzwerk, unabhängig davon, ob jemand etwas gezahlt hat. Solange es diese Seite gibt, kann niemand behaupten, hier komme man nur mit Geld hinein.
Drittens: eine Obergrenze. Im Hochschulnavigator, dem Vergleichsportal, das ich daneben betreibe, nehme ich höchstens vier Werbepartner je Fach- und Länderkategorie. Das ist keine Gesamtzahl über alle Kategorien, sondern die Grenze innerhalb einer Vergleichsliste, also genau dort, wo sie zählt. Sie gilt auch dann, wenn ein fünfter anfragt und zahlen würde. Sie deckelt den Umsatz, und genau das ist ihr Zweck.
Viertens: Die Texte schreibe ich. Der Anbieter liefert die Eckdaten und liest gegen, aber es bleibt mein Text in meiner Sprache. Ein übernommener Werbetext wäre für alle Beteiligten das schlechtere Geschäft, weil ihn niemand liest.
Was sich mit Geld ausdrücklich nicht kaufen lässt
Keine Empfehlung im Erstgespräch. Keine bessere Position in einem Vergleich oder einer Übersicht. Kein Weglassen von Kritik, wenn ein Programm teuer, langsam oder in der Anrechnung starr ist. Und keine Löschung eines bestehenden Beitrags, der einem Anbieter nicht gefällt. Läuft eine Anfrage darauf hinaus, sage ich ab. Ein Modell, das an dieser Stelle nachgibt, ist im selben Moment wertlos, auch für die Anbieter, die dafür zahlen.
Warum überhaupt Werbung
Die ehrliche Antwort ist banal: Diese Seiten kosten Zeit und Geld, und beides muss irgendwo herkommen. Interessanter ist die Frage, warum ausgerechnet dieser Weg.
Es gab drei Möglichkeiten. Ein Affiliate-Modell, bei dem jeder Link eine Provision trägt, hätte den Anreiz erzeugt, die Auswahl nach Provisionshöhe zu sortieren, und zwar unsichtbar. Eine Bezahlschranke hätte ausgerechnet diejenigen ausgesperrt, die noch nicht wissen, ob ein Studium für sie überhaupt in Frage kommt. Blieb die dritte: eine begrenzte Zahl offen gekennzeichneter Plätze, deren Preis öffentlich ist.
Dieser Weg hat einen Nachteil, den ich nicht verschweigen will. Ich habe damit ein Interesse daran, dass Anbieter buchen. Deswegen ist die Obergrenze von vier Plätzen keine Marketingzahl, sondern die Bremse, die mich davon abhält, aus dieser Seite einen Anzeigenmarkt zu machen.
Woran du das prüfen kannst
Verlass dich nicht darauf, dass ich mich daran halte. Prüf es.
- Such nach der Kennzeichnung. Jede bezahlte Fläche trägt sie. Findest du eine ohne, ist das ein Fehler, den ich hören will.
- Vergleich die Übersicht mit den Anzeigen. Unter Studienprogramme stehen auch Programme ohne bezahlte Platzierung. Wären dort nur noch zahlende Anbieter, wäre das das Warnsignal.
- Lies die kritischen Stellen. Im Kostenvergleich steht, dass der Aufpreis einer privaten Hochschule Betreuung und Organisation bezahlt und nicht einen besseren Abschluss. Im Beitrag zur Akkreditierung steht, dass eine ZFU-Zulassung nichts über das akademische Niveau aussagt. Beides ist für Anbieter unbequem, und beides steht dort weiterhin.
- Frag im Gespräch direkt. Ob ein Anbieter zahlender Partner ist, beantworte ich, wenn du fragst.
Für Anbieter
Falls Sie das als Fernhochschule, Fernschule oder Weiterbildungsanbieter lesen: Die Bedingungen, der Preis und die Grenzen stehen vollständig auf der Seite zum Partnerpaket. Das gilt für Studiengänge vom Bachelor bis zur Promotion ebenso wie für Fernkurse und Zertifikate. Eine Einschränkung gehört gleich hierher, weil sie sonst erst im Gespräch auffällt: Die hervorgehobene Karte im Hochschulnavigator setzt voraus, dass Sie dort als Hochschule gelistet sind. Für nicht-akademische Anbieter greifen die anderen drei Bausteine.
Und für dich
An deiner Beratung ändert sich nichts. Das kostenlose Erstgespräch ist weiterhin genau das, und was wir darin besprechen, hängt an deinem Profil und nicht daran, wer bei mir gebucht hat. Wenn du beim Lesen den Eindruck bekommst, dass eine Empfehlung zu glatt klingt, sag es mir. Das ist der einzige Mechanismus, der bei einem solchen Modell wirklich zuverlässig funktioniert.
Häufige Fragen
Beeinflusst eine bezahlte Platzierung deine Empfehlung im Erstgespräch?
Nein. Im Erstgespräch geht es um deine Vorleistungen, dein Ziel und dein Budget. Welches Programm dazu passt, entscheidet sich an deinem Profil. Wenn das passende Programm von einem Anbieter kommt, der nichts bezahlt, empfehle ich dieses, und das ist regelmässig der Fall.
Woran erkenne ich eine bezahlte Fläche?
An der Kennzeichnung Anzeige direkt an der Fläche. Zusätzlich trägt jeder Link auf eine bezahlte Programmseite die technische Markierung rel=sponsored, die Suchmaschinen mitteilt, dass es sich um eine bezahlte Verlinkung handelt. Beides ist keine freiwillige Nettigkeit, sondern in Deutschland nach § 5a UWG und in der Schweiz nach Art. 3 UWG geschuldet.
Verdienst du auch an Vermittlungen?
Ja, das ist der zweite Weg und älter als die Anzeigen. Wenn jemand über mich zu einer Partnerhochschule kommt, kann eine Vermittlungsvergütung anfallen. Für dich ändert das den Preis nicht, du zahlst dieselben Studiengebühren wie bei einer Direktanmeldung. Genau deshalb steht das hier und nicht im Kleingedruckten.
Warum machst du das überhaupt?
Weil die Seiten Geld kosten und die Alternativen schlechter sind. Ein Affiliate-Netzwerk würde die Auswahl nach Provisionshöhe sortieren, eine Bezahlschranke würde ausgerechnet die aussperren, die noch am Anfang stehen. Eine begrenzte Zahl offen gekennzeichneter Plätze ist der Weg, bei dem du am besten erkennen kannst, woran du bist.
Was mache ich, wenn mir etwas komisch vorkommt?
Schreib mir. Wenn ein Beitrag eine Platzierung zu wohlwollend behandelt oder eine Kennzeichnung fehlt, will ich das wissen und korrigiere es. Das ist kein Entgegenkommen, sondern die Bedingung dafür, dass dieses Modell überhaupt tragfähig ist.
